BINDUNG

Arbeitsgruppe InGero auf dem DGGG Kongress 2019 in Berlin (v. l. n. r. Tobias Sollfrank M.A., Theresa Grüner M.A., Prof. Dr. Stefan Pohlmann, Dr. Christian Leopold)
Arbeitsgruppe InGero auf dem DGGG Kongress 2019 in Berlin (v. l. n. r. Tobias Sollfrank M.A., Theresa Grüner M.A., Prof. Dr. Stefan Pohlmann, Dr. Christian Leopold)

Willkommen beim Projekt "BINDUNG (Belastungsreduktion in der Demenzpflege und Gestaltungsoptimierung)"













• HINTERGRUND
Demenzerkrankungen sind eine Sammelkategorie für spezielle komplexe und dauerhafte Beeinträchtigungen der Hirnleistung. Diese cerebrovaskulären und neurodegenerativen Störungen der geistigen Funktionen äußern sich in diversen Beeinträchtigungen des Denkens, des Erinnerns, der Orientierung und des Verknüpfens von Gedanken (vgl. Pohlmann 2011, 2018a).
Die Schweregrade unterscheiden sich in Abhängigkeit des Krankheitsfortschritts. Sie reichen von Beeinträchtigungen, die für die Umwelt kaum wahrnehmbar sind bis hin zum Verlust von Autonomie und zur vollständigen Pflegebedürftigkeit (vgl. Kruse 2012). Gerade die dafür notwendige Versorgungsform erfordert eine intensive und personenzentrierte Vorgehensweise (Büker & Lademann, 2019). Die bestmögliche Betreuung derartiger Krankheitsauswirkungen ist sowohl für die Angehörigen wie auch das professionelle Personal körperlich, geistig und seelisch kraftraubend. Im professionellen Arbeitsumfeld kann ein ungünstiger Umgang mit diesen Herausforderungen zum verdeckten Ausstieg aus einer engagierten Betreuung der Menschen mit Demenz führen („innere Kündigung“). Nicht selten ist auch der tatsächliche Wechsel des Arbeitgebers oder des kompletten Arbeitsfeldes bei Altenpflegern und Altenpflegerinnen zu beobachten.


• ZIELE.
Bei dem Projekt BINDUNG handelt es sich um ein innovatives Programm zur Belastungsreduktion und Gestaltungsoptimierung für Pflegende in der besonders herausfordernden Demenzversorgung.
Im Rahmen früherer Forschungsprogramme (Pohlmann, 2018b; 2016a) wurde deutlich, dass es Fachkräften an Methoden, Zeit und Instrumenten fehlt, die es erlauben, eine professionelle und gleichwohl individuelle Beziehung zu Ihren Patienten einzugehen oder aufrecht zu erhalten. Die Auswirkungen dieses Beziehungsmangels sind vielfältig. Das hier vorgestellte Projekt verbindet verschiedene Zielsetzungen, die sowohl im Zuge des Präventionsgesetzes (z.B. § 20b Abs. 2 SGB V PrävG), des Arbeitsschutzgesetzes (z.B. §§ 4, 5 u. 6 ArbSchG) als auch im Sinne des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (z.B. § 8 Abs.8 SGB XI PpSG) angesiedelt sind. Die beabsichtigten Auswirkungen des Projekts sollen dazu beitragen prototypische Belastungsgrenzen von Fachkräften in der Versorgung demenziell Erkrankter zu identifizieren und vorausschauend prototypische Überlastfaktoren dialogisch mit den beteiligten Akteuren zu vermeiden. Arbeitsverbesserungen in den drei Gesetzesbereichen sollen die Bindung des Personals an ihre Patienten, Bewohner oder Gäste wie an die Einrichtung selbst stärken.


• VORGEHEN
Da Kommunikations- und Beziehungsprobleme maßgeblich zu Verunsicherungen und Arbeitsbelastungen bei den Pflegenden beitragen, sollen insbesondere Hilfen für eine gelingende Beziehung mit den Patientinnen und Patienten als Einstieg in die Arbeit mit Fachkräften dienen. Diese Instrumente dienen als Ausgangsmaterial für die Verbesserung der Beziehungspflege.
Im Projekt selbst sind darauf aufbauend in einem strikt partizipativen Prozess weitere Materialen zu entwickeln. Durch eine fortlaufende wissenschaftliche Begleitung des laufenden Pflegebetriebs durch die Hochschule München sollen zu diesem Zweck partnerschaftlich mit der Praxis geeignete Formen der Erfolgs- und Belastungsbilanzierung erarbeitet und eingesetzt werden. Mit Hilfe vielfältiger didaktischer Verfahren sollen auf partizipativem Wege zusammen mit den beteiligten Kernteam-Einrichtungen allgemeine Instrumente zur Erhebung des Belastungszustands erarbeitet werden. Im zweiten Schritt – passend zu den Schwerpunkten der erhobenen Belastungsaspekte – sollen auf ähnlichem Weg passende Interventionen, Angebote oder Medien zur Belastungsreduktion der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entwickelt werden.


• AUSBLICK
Es ist geplant die erarbeiteten und erprobten Instrumente zur Bestimmung der Arbeitsbelastung und zur Beziehungsoptimierung in einer Tool- oder Instrumenten-Box zusammenzufassen und in Zusammenarbeit mit der AOK Bayern interessierten Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.


Projektleitung

Prof. Dr. Stefan Pohlmann
Raum: KO 235

Tel.: 089 1265-2300
Fax: 089 1265-2330

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Projektkoordination

Dr. Christian Leopold
Raum: KO 347

Tel.: 089 1265-3101
Fax: 089 1265-2330

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