Lokale Ökonomie

Unser Interesse richtet sich nicht nur auf die gewerbliche Wirtschaft im lokalen und regionalen Raum, sondern auf die Vielfalt existierender und möglicher wirtschaftlicher Aktivitäten. Es geht ebenso nicht nur um Erwerbsarbeit, sondern um die Pluralität gesellschaftlich sinnvoller Tätigkeiten.


Neben der Orientierung an lokalen und regionalen Märkten gilt es also insbesondere Ansätze des facettenreichen, am örtlichen Bedarf orientierten Wirtschaftens im Lebenszusammenhang zu erkennen und zu fördern. Wirtschaften als Teilbereich gesellschaftlichen Handelns (social economy) und die Pluralität ökonomischer Handlungsformen, z.B. informelle Ökonomien, Subsistenz- und lokale Bedarfswirtschaft, Kooperativökonomien und Mikrounternehmen, die „soziale Ökonomie im Dritten Sektor“ und Ansätze die als „Solidarökonomie“ bezeichnet werden, sind insbesondere im deutschsprachigen Raum noch nicht ausreichend bekannt. Gerade in diesem weiten Feld kleinräumiger ökonomischer Organisationsformen aber liegen Potenziale der nachhaltigen Entwicklung.


Der Bereich der sozialen Ökonomie umfasst vielfältige Ansätze der Suche eigenständiger zivilgesellschaftlich basierter Lösungen mit ökonomischen Mitteln. Dazu gehören Kooperativen, Stiftungen, Multi-Stakeholder-Konstruktionen, Gemeinwesenbetriebe, Tätigkeitsfelder der informellen Ökonomie, Wohlfahrtsorganisationen, ethische Investment-, Spar- und Krediteinrichtungen und Fair- Trade-Organisationen. Gerade dieser Bereich ist nach Einschätzung zahlreicher Analysen besonders geeignet, tragfähige Antworten auf zentrale gesellschaftliche Fragen zu generieren.


Wissenschaftliche Begründungen dieses im deutschsprachigen Bereich noch weitgehend unbekannten Ansatzes wurde von der Leitung des Studiengangs „Gemeinwesenentwicklung, Quartiermanagement und Lokale Ökonomie“ erarbeitet und publiziert und findet seit geraumer Zeit grenzüberschreitend viel Interesse.