Willkommen auf den Seiten des Projekts "BELiA"

an der Hochschule München
















"BELiA - Beratung zum Erhalt von Lebensqualität im Alter"


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Forschungsarbeiten, mit deren Hilfe die Lebensqualität im Alter durch soziale Innovationen gesteigert werden soll. Die unter dem Titel SILQUA (Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter) zusammengefassten Fördermaßnahmen tragen dazu bei, wissenschaftsbasierte Antworten auf veränderte Bedarfslagen in einer alternden Gesellschaft zu geben. Das ist auch der Ansatz des Projekts BELiA (Beratung zum Erhalt von Lebensqualität im Alter), welches an der Hochschule München durch das Ministerium finanziert wird. Die weitere Darstellung fasst die wesentlichen Ansatzpunkte des Forschungsvorhabens schlaglichtartig zusammen:


Beratungslandschaft


Derzeit existieren zahlreiche und von unterschiedlichsten Trägern realisierte Beratungsangebote. Von den meisten Akteuren im Sozial- und Gesundheitssystem wird Beratung mittlerweile als selbstverständliches, flankierendes Leistungsangebot, immer öfter aber auch als eigentliche Kernaufgabe angesehen. Generell zielen diese Beratungsangebote auf die Unterstützung in und die Vermeidung von Krisen- und Belastungssituationen ab. Darüber hinaus bieten sie Hilfen bei schwierigen Entscheidungen, bei der Klärung von Lebensfragen und bei individuellen Entfaltungshemmnissen. Durch die Zunahme gesellschaftlicher Komplexität ist mittlerweile ein steigender und zunehmend ausdifferenzierter Beratungsbedarf für alle Altersgruppen entstanden. Als problematisch erweist sich allerdings die unzureichende Transparenz und das Nebeneinander unterschiedlicher Angebote sowie die in hohem Maße unübersichtliche Angebotslandschaft. Die Hilfesuchenden sind – bestehender Mobilitätseinschränkungen zum Trotz – genötigt, sehr gezielt Beratungsstellen anzulaufen und sich dort entweder als Patient oder als Angehöriger oder vielleicht als Wohnungssuchender zu positionieren. Kaum eine Beratungsstelle bietet alle Informations- und Beratungsangebote in gebündelter Form – quasi unter einem Dach – an.


Gruppenberatung für ältere Klienten
Gruppenberatung für ältere Klienten
Gruppenberatung für ältere Klienten Altersberatung


Anlass der Beratung ist in aller Regel ein spezifisches Problem des älteren Menschen oder seines sozialen Umfeldes, aus dem sich dann zwangsläufig ergibt, welches der vielen Beratungsangebote aufgesucht werden muss. Beratungsangebote für ältere Menschen oder auch deren Angehörige sind daher vor allem problem- oder auch defizitorientiert ausgerichtet. Zwar wird in jüngster Zeit immer eindringlicher versucht, auch positiv und bei Ressourcen anzusetzen, gemessen an den Notwendigkeiten und Möglichkeiten erhalten diese Initiativen in der Beratung noch immer viel zu wenig Aufmerksamkeit. Abgesehen von der bereits jetzt zu beobachtenden quantitativen Verbreiterung des Beratungsangebots für ältere Kunden ist von der Entwicklung völlig neuer Leistungsangebote auch über Internet oder Telefon auszugehen. Eine wesentliche Anforderung der Verantwortlichen besteht darin, passgenaue und damit auch kosteneffiziente Hilfestellungen für neue Kohorten von Klienten zu entwickeln. Erforderlich ist darüber hinaus eine verbesserte Orientierung auf dem bislang unübersichtlichen Beratungsmarkt für Nutzer und Planer.


Als problematisch erweist sich bei der quantitativen Ausweitung von Beratung zudem die fehlende Festlegung auf Standards in der Qualifizierung der Beraterinnen und Berater und die ausstehende Überprüfung des methodischen Vorgehens bei der Beratung. Der Verbraucher hat besonders in seiner zeitgedrängten Problemsituation keine Möglichkeit der Bewertung des Angebots. Es fehlt an gesetzlich definierten Zulassungsregeln oder Mindeststandards, die die Art und Weise der Qualifizierung von Beraterinnen und Beratern festschreiben. Aufgrund dieser fehlenden Vorgaben ist eine gerontologische Ausbildungsfundierung für die Beratung mit älteren Menschen zwar dringend gefordert, in der Praxis allerdings nicht gegeben. Ältere Klientinnen und Klienten benötigen einen Schutz vor unsachgemäßer Beratung, die über die Vereinbarungen der verschiedenen beteiligten Berufsverbände hinausgehen.


Beratung und Lebensqualität


Lebensqualität fungiert insgesamt als ein theoretisches Sammelbecken für eine Reihe empirisch gut untersuchter Konstrukte und ist gleichzeitig anschlussfähig an wesentliche Leitlinien der Altenhilfe. Trotz der recht guten Datenlage hat von dem Forschungsimpetus zum Thema Lebensqualität bislang kaum etwas Eingang in die psychosoziale Beratung gefunden. Und dies, obwohl dem Aspekt der subjektiv erlebten Lebensqualität auch für die optimale ressourcenorientierte Nutzung von Verhaltenskompetenzen eine entscheidende Rolle zukommt.


Gesucht sind Beratungsmethoden, um destruktive Einschätzungen von Klienten in Bezug auf Altersbilder und individuelle Lebensgestaltung aufdecken zu können. Dabei gilt es, Dissonanz auslösende Vergleiche mit jüngeren Menschen oder negative Wahrnehmungen der eigenen Lebensbilanz genauer zu untersuchen. Theoretische Ansätze zum erfolgreichen Altern geben wichtige Hinweise auf ein effizientes Verlustmanagement. Eine stetige Reduktion des Anspruchsniveaus sollte vermieden und durch ressourcenorientierte Umstrukturierungen ersetzt werden. Angesichts der wenigen wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit der Beratung älterer Menschen auseinandersetzen und des deutlich wachsenden Beratungsbedarfs in diesem Bereich sind Forschungsansätze in dieser Richtung gesellschaftspolitisch dringend geboten.


Projektauftrag


Das Forschungsprojekt BELiA soll dazu beitragen, eine Taxonomie über bestehende Angebote der Altersberatung zu entwickeln. Auf der Grundlage einer Bestands- und Sozialraumanalyse werden beispielhaft eine systematische Strukturierung und damit eine verbesserte Orientierung in der bestehenden Beratungslandschaft gewährleistet. Anhand verschiedener Handlungsfelder prüft das BELiA-Projekt weiterhin, inwieweit Beratungsstellen mit ihren bisherigen Angeboten das Konstrukt der Lebensqualität bereits berücksichtigen und in ihre Beratungstätigkeit integrieren. Daneben sollen Wege für eine gerontologisch fundierte Qualifizierung der Beraterinnen und Berater aufgezeigt und das Konzept der Lebensqualität systematisch in den Beratungsprozess integriert werden. Das Forschungsprojekt strebt im Sinne einer Qualifizierungsoffensive die Entwicklung eines alternswissenschaftlich untermauerten Ausbildungsplans an, der zu einem besseren Verständnis von Lebensqualität im Alter führen soll.


Besondere Berücksichtigung finden an dieser Stelle die unterschiedlichen professionellen Perspektiven und Grundqualifikationen der Beraterinnen und Berater. Am Ende des Projekts fließen alle gewonnenen Erkenntnisse in einem Beratungsmanual zusammen. Das intendierte Beratungsmanual soll Entscheidungshilfen und Handlungsoptionen umfassen, die zu einer Förderung der Lebensqualität beitragen. Im vorliegenden Forschungsprojekt geht es ausdrücklich nicht um den Aufbau weiterer Beratungsangebote oder Instanzen. Vielmehr ist intendiert, dieses Konzept als diskreten Baustein in die vorhandenen Angebotsstrukturen und Beratungsprozesse zu integrieren und die Aufmerksamkeit der verschiedenen Berater und Beraterinnen älterer Menschen für Fragen der Lebensqualität im Alter systematisch zu erhöhen.


Das unter der Leitung von (Professor Dr. Pohlmann) bis Mai 2012 laufende Forschungsvorhaben wird mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern Paula Heinecker und Dr. Christian Leopold umgesetzt. Als Kooperationspartner agieren die Universität Heidelberg, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Alten- und Angehörigenberatung, die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros und der Gesundheitsladen München. Darüber hinaus ist eine intensive Zusammenarbeit mit weiteren Praxispartnern auf kommunaler und auf Landesebene vorgesehen.


Das BELiA-Projekt-Team. Von links: Prof. Dr. Stefan Pohlmann, Dr. Christian Leopold, Paula Heinecker
Das BELiA-Projekt-Team. Von links: Prof. Dr. Stefan Pohlmann, Dr. Christian Leopold, Paula Heinecker


Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier .


Kontakt
Hochschule München
Forschungsprojekt BELiA
Am Stadtpark 20
81243 München





Große BELiA-Befragung

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Texte Altenberatung

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News Altenberatung

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Tel.: 089 1265-2316
Fax: 089 1265-2330

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